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Natur vs Synthetik: Welche textile Fasern machen das Rennen?

Was haben ein schweißtreibendes Workout, eine ausgedehnte Joggingtour sowie eine Runde Zumba gemeinsam? Man schwitzt ohne Unterlass und ist gut beraten, wenn man die passende Sportswear trägt, die Schweißausbrüche sowie -gerüche aufgrund hochmoderner Materialien unter Kontrolle hält. Doch auf welche zurückgreifen? Kunst- oder Naturfaser? Wir geben einen kompakten Überblick über die wichtigsten Qualitäten.

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Brooks, Quelle: Instagram

Etikettenlesen leicht gemacht

Kennen Sie folgende Situation? Sie stehen in einem Geschäft mit einem tollen Bekleidungsstück in der Hand und wollen wissen, aus welchen Materialien es hergestellt ist. Bekanntlich ist diese Information auf dem kleinen Etikett im Inneren des Bekleidungsstücks vermerkt. Baumwolle, Seide und Wolle, bis dahin kann man meisten noch folgen, aber wenn dann Begriffe wie Polyurethan, EA, Acetat oder Sympatex auftauchen geht das große Rätselraten um die Materialität und den damit verbundenen Eigenschaften los. Der Hintergrund dieser Unwissenheit liegt darin begründet, dass die Range der Stoffqualitäten und -fasern insbesondere im Bereich der Sportswear in den letzten Jahren extrem gewachsen ist. Viele Hersteller präsentieren eine Reihe von neuen Funktionsgeweben mit tollen Eigenschaften wie Atmungsaktivität, Wärmeisolation, Feuchtigkeits- und Thermoregulierung, hoher Flexibilität oder Geruchsneutralisation und benennen ihre Innovationen mit Eigennamen. Nicht verzweifeln, die meisten Kleidungsstücke kommen heute mit kleinen Info-Badges beziehungsweise Hangtags, auf denen Informationen zum Bekleidungsstück sowie seinen Trageeigenschaften aufgeführt sind. Damit Sie aber dennoch für den nächsten Einkauf gerüstet sind, hier eine kleine Warenkunde.

Die wichtigsten textilen Fasern bei Sportswear und ihre Eigenschaften

Natur oder Synthetik das ist die Frage – oder nicht? Waren früher natürliche Fasern wie Baumwolle und Wolle die Hauptmaterialien bei Sportkleidung, sind in der heutigen Zeit immer mehr Kunstfasern dazu gekommen, die durch Funktionalität und pflegeleichten Eigenschaften auf sich aufmerksam machen. Auch Mischungen aus Natur- und Kunstfasern sind beliebt, da sie die Vorteile von beiden Seiten vereinen. Immer mehr im Vormarsch sind recycelte Fasern, die auf der einen Seite naturschonend bei der Herstellung sind und auf der anderen Seite durch mannigfaltige Beschaffenheiten den herkömmlich hergestellten Fasern in nichts nachstehen. Legen wir los mit unserem Smart Textile Guide:

Baumwolle: Die Baumwolle ist eine Naturfaser und besitzt im Vergleich zu den synthetischen Fasern die Eigenschaften der besonderen Saugfähigkeit – die Faser kann bis zu etwa 65 Prozent des Eigengewichts an Wasser aufnehmen. Nachteil: Das Gewebe braucht relativ lange, trocken zu werden. Baumwolle hat eine hohe Aufnahmefähigkeit von Schmutz, der aber auch relativ schnell und einfach  von den Fasern lösbar ist. Die populärste Naturfaser liegt angenehm auf der Haut und löst äußerst selten Allergien aus. Sie ist zudem vielfältig einsetzbar, von T-Shirts bis hin zu Joggingpants.

Merinowolle: Ein weiteres Naturprodukt ist die Merinowolle. Diese Faser ist insbesondere wegen seiner antibakteriellen Wirkung bekannt. Kleidung aus Merinowolle zeigt wenige Geruchsbildung auf, kann daher mehrere Tage in Folge getragen werden und eignet sich daher für Bekleidung für Extremsportler wie Bergsteiger. Merinowolle kann bis zu ein Drittel seines Eigengewichts an Wasser aufnehmen ohne sich dabei nass anzufühlen. Daher wird Merinowolle auch verstärkt im Under- und Outerwear-Bereich eingesetzt.

Polyester: Der Megastar unter den synthetisch hergestellten Fasern. Dieser punktet durch pflegeleichte Eigenschaften wie dass er nicht knittert und sehr robust und reißfest ist. Im Gegensatz zu Naturfasern nimmt Polyester kaum bis keine Feuchtigkeit auf und trocknet daher schnell. Die Faser wird oft mit Baumwolle oder Wolle kombiniert, damit die Kleidung dadurch widerstandsfähiger und pflegeleichter wird. Polyester ist heutzutage in vielen Kleidungsstücken wiederzufinden, insbesondere verstärkt in Kombination mit anderen Fasern.

Sympatex: Ein synthetisches Hightech Gewebe, welches in modifizierter Form auch unter dem Begriff Gore-Tex bekannt ist. Das Material besteht aus mehreren Membranen, die für Wasser un-, aber für Wasserdampf durchlässig sind. So ergibt sich seine signifikante Eigenschaft: die Atmungsaktivität. Sympatex ist sehr robust und wird sehr oft in der Outerwear, Sportbekleidung sowie bei funktionalen ausgerüsteten Schuhen eingesetzt.

Elasthan: Die meisten kennen die synthetisch hergestellte Chemiefaser gut, denn diese ist extrem dehnbar sowie elastisch und ist heutzutage in fast allen Kleidungsstücken zu finden. Neben ihrer sehr hohen Elastizität ist Elasthan sehr fest und haltbar. Genauso wie Polyester hat Elasthan eine niedrige Wasseraufnahmefähigkeit, ist dauerhaft formbeständig, leicht und glatt sowie weist keine Pillings (Knötchenbildung auf der textilen Oberfläche) auf. Wegen seiner Pflegeleichtigkeit eignet sich die Faser insbesondere für den Einsatz bei Sportswear in unterschiedlichen Kategorien.

Nun geht’s mit diesen Informationen ab in eine unserer Filialen, wo Sie ein breites Sortiment an innovativer sowie modischer Sportswear erwartet. Sie brauchen dennoch Unterstützung? Unser geschultes Klingenthal-Team steht Ihnen bei weiteren Fragen zur Verfügung.

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