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„Die Modewelt ist wie eine Pralinenschachtel“ – Mitarbeiter Interview mit Sonja Lang

„Man pickt sich die Pralinen heraus, die man am liebsten mag und die anderen lässt man einfach liegen. Und das ist auch gut so!“ erklärt uns Modeberaterin Sonja Lang, als wir sie in Paderborn zum Interview treffen. Dort erzählt sie uns auch, was die Farb- und Typberatung von Klingenthal so besonders macht und warum sie ihre Kunden lieber Gäste nennt.

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Modeberaterin Sonja Lang

Wie sind Sie Modeberaterin für die Farb- und Typberatung bei Klingenthal geworden?

Während meiner Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, schwärmten meine Mitschüler, die zu der Zeit bei Klingenthal tätig waren, von dem Unternehmen. So kreuzten sich einige Jahre später unsere Wege erneut, als ich 2013 als Modeberaterin in dem Paderborner Haus angefangen habe. Kurz darauf folgten die Ausbildung zur Farb- und Typberatung und zum Trainer. Unser Service der persönlichen Modeberatung steckte damals noch in den Kinderschuhen und entwickelte sich gerade in den letzten Jahren sehr positiv. Auch unser  motiviertes und engagiertes  Beratungsteam ist rasant angewachsen. Um für unsere Gäste immer auf dem aktuellen Stand zu sein, bilden wir uns alle regelmäßig weiter. Ich selber stehe auch jetzt noch im ständigen Austausch mit freien Stylisten. Das hat den Vorteil, dass  ich Workshops gestalten, meine lieben Kollegen weiterbilden darf, und auch für unsere Gäste gerne als Ansprechpartner tätig bin. Wir haben alle schnell festgestellt, dass es bei unserem Service nicht nur um reine Stylingfragen geht, sondern sich die Beratung ganzheitlich entwickelt.

Das hört sich so an, als müsste man eine Menge Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringen, um Modeberaterin zu werden, oder?
Nun ja, Freude an der Arbeit mit Menschen zu haben, ein guter Zuhörer zu sein sowie eine gewisse Modeaffinität zu besitzen, sind da schon von Vorteil (lacht). Die stilistischen Grundkenntnisse und den Umgang mit den neuesten Trends erlernt man in den Aus- und Weiterbildungen, aber was man nicht lernen kann, ist Empathie. Die Aufgabe, das Innere mit dem Äußeren zu verbinden, um eine Harmonie für unsere Gäste zu schaffen, bedarf Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. Eine gut ausgebildete Modeberaterin erkennt, welcher Typ Mensch vor ihr steht und was diese Person ausdrücken möchte. Ich bin überzeugt davon, dass jeder unserer Gäste ein Leuchten in sich trägt und wir helfen können, das persönliche Charisma durch die richtige und vor allem typgerechte Kleidung zu entfalten. Wahre Schönheit kommt halt immer von Innen!

Wenn Sie von einem Gast sprechen, meinen Sie damit einen Kunden, richtig?
Ja, das stimmt schon. Allerdings gefällt mir das Wort ‚Gast‘ besser, denn wir wollen unsere Kunden einladen, sich wohl und wie zuhause zu fühlen. Deswegen nennen wir unsere Beratungsräume auch liebevoll ‚Wohnzimmer‘. Ich denke, dass diese persönliche Nähe zu unseren Gästen die Serviceleistung bei Klingenthal zu etwas ganz besonderem und sehr individuellem macht. Das wertvollste was man einem Menschen schenken kann, ist Zeit.  Unseren Gast persönlich bei uns in der Beratung willkommen zu heißen und auch im Nachgang weiterhin zu unterstützen, ermöglicht eine ganzheitliche Beratung. Die erste Beratung  inklusive Typanalyse ist auf höchstens zwei bis drei Stunden ausgelegt. Wir klären in einem entspannten und persönlichen Gespräch, wie unser Gast wirken möchte und was betont oder kaschiert werden soll. Die Charaktere und Wünsche unserer Gäste sind vielschichtig. Manche Gäste besuchen uns, um mehr Kompetenz und Authentizität auszustrahlen und Andere möchten beispielsweise nur Impulse für einen neuen Look erhalten. Da der erste Eindruck über die Optik erfolgt, wird dieser nonverbal über die Kleidung kommuniziert. Deswegen ist es nur von Vorteil, wenn wir wissen, welche Farben und Schnitte uns ins rechte Licht rücken. Unser Service hört natürlich nicht mit dem Ausstellen der persönlichen Farbkarte und der Auswahl neuer Kleidung auf. Wir bieten auch den sogenannten ‚Kleiderschrank-Check ‘ an, bei dem wir bei einem Hausbesuch das Beste aus dem Kleiderschrank unserer Gäste zaubern. Wir setzen Impulse für neue Kombinationen und unterstützen unsere Gäste dabei, den Kleiderschrank optimal auf ihre Bedürfnisse abzustimmen. So hat man mehr Zeit für seine Liebsten und spart dabei noch jede Menge Geld. Wer will schon 0815 sein? Wieso sollten es dann die Schränke unserer Gäste sein?

Das hört sich nach einem spannenden Aufgabenfeld an! Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?
Meine Gäste und meine Kollegen! Einerseits liebe ich es, daran beteiligt zu sein, dass jemand nach der Beratung selbstbewusster und aufgeschlossener der Modewelt und vor allem sich selber gegenüber ist. Das Vertrauen, dass die Gäste uns und unserer Arbeit entgegenbringen, ist die größte Wertschätzung. Ich schätze aber natürlich auch den aktiven Austausch mit unserem Beratungsteam, sodass kein Tag dem Anderen gleicht. Mein Job ist meine Berufung und so fällt mir das Arbeiten mit einem Lächeln auf den Lippen leicht.

Gibt es eine Botschaft, die Sie Frauen mitteilen möchten, die nicht recht wissen, wie sie ihren Typ am besten stylen?
Seid mutig und probiert euch aus; ihr könnt nichts falsch machen! Egal wie alt ihr seid oder welche Kleidergröße ihr tragt - jeder Mensch hat ein Recht, sich schön zu fühlen! Mode soll einfach Spaß machen. Natürlich gibt es einige Richtlinien, wie man sich wohlproportioniert und dem Farbtyp entsprechend kleidet, aber das ist alles nicht in Stein gemeißelt. Man sollte sich immer fragen: „Wie will ich wirken und was möchte ich durch meine Optik kommunizieren?“

Verraten Sie uns auch ihre persönliche, goldene Stylingregel?
Ich bin kein Fan von solchen Verallgemeinerungen. Bestimmte Leitfäden erhält man auch in jedem Stylingbuch, aber es kommt viel eher auf das Gefühl für sich selbst und seinen Körper an. Für mich gibt es beispielsweise auch keine stilistischen No-Gos. So finde ich gerade Stilbrüche und das Mischen von kühlen und warmen Tönen in einem Outfit spannend. Trends entstehen doch gerade erst dann, wenn man sich traut, mal kreativ zu sein. Probiert euch aus und seid facettenreich - wie eine Pralinenschachtel.

Zum Schluss noch zwei Entscheidungsfragen: Im Winter lieber bunte oder gedeckte Farben tragen?
Bunte Farben! Einfach mal ein paar Farbexperimente durchführen und die graue Jahreszeit damit etwas schöner gestalten.

Und zu guter Letzt: Lieber auf Kontraste oder harmonische Elemente setzen?
Definitiv auf Kontraste setzen, denn sie machen den Menschen hinter dem Styling erst interessant und durch sie kann man wunderbar bestimmte Komponenten hervorheben!

Vielen Dank, Frau Lang.

Sie würden sich gerne von Frau Lang oder ihren Kolleginnen beraten lassen? Dann buchen sie jetzt hier eine Farb- und Typberatung bei uns.


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