Damen

„Alles, was man mit Liebe macht, macht man gut.“ - Mitarbeiter Interview mit Michaela Kaiser

„Ich behandle meine Kunden so, wie ich selbst behandelt werden möchte: mit Respekt. Und meine Kunden wissen das wirklich zu schätzen. Und diese Wertschätzung gibt mir sehr viel zurück“, erzählt uns Klingenthal Modeberaterin Michaela Kaiser, als wir sie in unserem Paderborner Haus zum Mitarbeiter Interview treffen. Dort erklärt sie uns auch, wie sie angefangen hat, was sich seitdem geändert hat und warum sie die Bezeichnung ‚Verkäuferin’ nicht mag.

am

Michaela Kaiser // Bluse: Closed Herbst/Winter 2018

Frau Kaiser, seit wann gehören Sie zum Klingenthal-Team?

Ich gehe jetzt in mein 14. Jahr bei Klingenthal. Damals war ich für ein kurzes Gespräch gekommen, weil ich mir das Ganze erst einmal nur anschauen wollte. Zwei Tage später wurde ich gefragt, wann ich denn anfangen könne. Meine Antwort: „Sofort!“

Was hat sich denn seit ihren Anfängen im Vergleich zu heute am meisten verändert? Seitens der Kunden, aber auch auf der Fläche?  

Die Bereitschaft auf etwas zu warten, ist bei den Kunden deutlich gesunken. Allgemein ist alles viel schnelllebiger geworden, auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen. Allerdings betrifft mich dieser Wandel im Kundengespräch nicht direkt. Und da ich bereits sehr lange für Klingenthal arbeite, habe ich fast nur Stammkunden, die mich und meine Leistung außerordentlich schätzen. Sie vertrauen mir voll und ganz und Vertrauen ist für mich mitunter das Wichtigste. Und obwohl ich jetzt bald schon 64 Jahre alt werde, könnte ich mir nichts Anderes vorstellen.

Was lieben sie denn besonders an Ihrem Beruf? 

Ich liebe es, Frauen zu verschönern, denn für mich ist wirklich jede Frau schön. Daher liegt meine Aufgabe vielmehr darin, den Typ und die Persönlichkeit jener Frauen, die ich bediene, zu unterstützen. Das hat nicht zwingend etwas mit aktuellen Trends zu tun. Kleidung oder das allgemeine Äußere ist das Erste, was wir bei anderen Menschen wahrnehmen. Und wenn man gut gekleidet ist, fühlt man sich automatisch auch wohler, man ist selbstbewusster und hat ein ganz anderes Standing. Das ist es, was ich am meisten liebe: zu sehen wie glücklich die Kundin nach der Verwandlung ist. Ich habe das Privileg, die Frauen noch schöner zu machen, als sie ohnehin schon sind. Es ist jedes Mal ein kleines Wunder, wie sehr man sich durch Kleidung verwandeln kann.

In welcher Abteilung findet man Sie?

Ehrlich gesagt bin ich nicht ausschließlich auf meiner Fläche unterwegs – einfach, weil ich wirklich jedes Teil im Haus kenne. Aber für gewöhnlich findet man mich bei Gant, Closed und Tommy Hilfiger.

Welche Trends sind ihrer Meinung nach derzeit am gefragtesten?

Aktuell liegen sehr feminine Looks im Trend, vor allem Blusen mit Volants, Rüschen und Schleifchen. Andererseits erleben Blusen ohne Kragen – ich nenne sie immer Grandpa-Shirts, weil mein Opa immer die gleichen Hemden ohne Kragen anhatte – ein absolutes Comeback. Aber ich persönlich finde es viel wichtiger, auf die jeweiligen Vorlieben und Vorzüge meiner Kundin einzugehen, denn Trends sind zwar enorm wichtig für die Modebranche, aber es ist noch viel wichtiger, Stil zu haben. Und Stil ist für mich nicht nur, wie man von außen aussieht, sondern auch wie man von innen aussieht. Dazu gehört auch, auf die Qualität der einzelnen Produkte zu achten. Closed ist einer meiner Lieblingsfirmen, denn ich schätze es sehr, dass alle Denims in Italien gefertigt werden. Das begründet natürlich auch den Preis.

Gehen viele ihrer Kundengespräche über den Preis? 

Ja, aber es ist ja auch richtig, wenn jemand vernünftig mit seinem Geld umgeht und nachhakt. Umso wichtiger ist es, dem Kunden zu erklären, weshalb etwas teurer ist, wie in diesem Fall, weil es fair produziert wird und eine gewisse Qualität mit sich bringt.

Präferieren Sie denn eher Online- oder City-Shopping?

Definitiv City-Shopping. Und ich kann Ihnen auch sagen warum: Ich liebe es, die Stoffe anzufassen. Ich ziehe es vor, mich in meiner freien Zeit in anderen Städten wie Hamburg, Berlin oder München inspirieren zu lassen. Ich habe meine Nase eigentlich immer im Wind und lasse mich auch gerne von einem anderen schönen Modehaus inspirieren. So finde ich auch immer wieder heraus, was ich noch besser machen könnte. Zum Beispiel wie ich meine Ware anders präsentieren kann. Denn egal wie alt man ist, man sollte niemals aufhören, für alles offen zu sein. Das ist ein ganz klarer Vorteil, wenn man älter ist. Man ist gelassener und einfach in sich gefestigt.

Welcher Moment in Ihrer Berufslaufbahn bei Klingenthal ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?  

Ich habe viele schöne Erinnerungen, aber eine Erinnerung ist tatsächlich besonders schön: Ich habe eine Kundin mit Kleidergröße 48 bedient. Sie war 16 Jahre alt und todunglücklich. Sie suchte etwas für ein Bewerbungsgespräch und natürlich haben wir etwas Passendes gefunden. Als sie dann vor dem Spiegel stand, fing sie an zu weinen – vor Glück. Das sind die Momente, die zwar weit über den Job hinausgehen, aber mich sehr berühren. Ich habe Kundinnen, die damals mit ihren Kindern gekommen sind und nun sind diese Kinder auch meine Kundinnen. Das macht mich sehr stolz.

Gibt es denn ein Vorurteil gegenüber Verkäufer*innen, das Sie gerne aufheben würden?

Verkäufer, vor allem Verkäuferinnen werden oft unterschätzt. Und ich mag auch die Bezeichnung ‚Verkäuferin’ nicht, ich bin Modeberaterin. Der Beruf ist sehr vielschichtig geworden: Sie müssen eine gute Psychologin sein (lacht), sie müssen wirtschaftlich arbeiten und sie müssen modisch affin und fleißig sein. Das ist alles andere als einfach, aber dieses Vorurteil liegt höchstwahrscheinlich auch daran, dass es eine Dienstleistung ist und die wird heutzutage einfach anders gewertet. 

Vielen Dank, Frau Kaiser.

Wenn Sie sich auch gerne von Frau Kaiser beraten lassen würden, kommen Sie uns in unserem Haus in Paderborn besuchen.


Diese Beiträge könnten dich auch noch interessieren